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Barbara Honigmann

Geburtstag: 12. Februar 1949
Nation: Deutschland

von Michael (Merzenich) Braun und Ulrike Pohl-Braun



Barbara Honigmann - Essay

Stand: 01.10.2007

Zu den Titeln, die im deutschen Bücherherbst 1986 ungewöhnliches Aufsehen erregten, gehörte ein schmaler Band mit Erzählungen von Barbara Honigmann. Er wurde sogleich als „Buch des Monats“ empfohlen und fand sich nicht nur auf der Bestenliste des Südwestfunks, sondern wurde auch mit dem jährlich vom Zweiten Deutschen Fernsehen verliehenen „aspekte“-Preis für das beste erzählerische Debütwerk eines deutschsprachigen Autors ausgezeichnet. Die Erzählerin war zu dieser Zeit allenfalls als Verfasserin eines Märchenspiels und kleinerer dramatischer Stücke bekannt, die aber von der Kritik mehrheitlich als bühnenuntauglich eingestuft wurden.

Der „Roman von einem Kinde“ ist ein treffendes Beispiel für die rezeptionsfördernde Wirkung wohlkalkulierter Verlagsinformationen. An dem kindlich-unbefangenen Sprechhabitus der Prosa Barbara Honigmanns wurden von Anfang an „unglückliche Wortspiele“ (Harald Wieser) und „banal redens­artliches Parlando“ (Joachim Kaiser) beanstandet. Dagegen setzte Reinhard Baumgart die – noch in der Taschenbuchausgabe von 1989 wiederholte – Feststellung, Honigmanns Texten gelinge das seltene Kunststück, „Alltagserfahrungen aufleuchten (zu lassen) wie bedeutende epische Abenteuer“. Die meisten Kritiker folgten diesem Urteil ohne Weiteres. Literarische Wertungen wie „Leichtigkeit mit tieferem Ernst verbunden“ (Jürgen P. Wallmann) oder „Naivität der höheren Art“ (Marcel ...



Der Artikel über Barbara Honigmann ist nur einer von derzeit mehr als 700 Artikeln über Leben und Werk herausragender deutschsprachiger Autoren im „KLG – Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. Das KLG bietet neben Biogrammen und ausführlichen Essays über Werk und Wirkung auch jeweils ein Werkverzeichnis und eine Bibliographie der Sekundärliteratur.
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