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Paul Kersten

Geburtstag: 23. Juni 1943
Nation: Deutschland

von Rainer Zimmer



Paul Kersten - Essay

Ein zentrales Thema bei Paul Kersten: der Tod. In all seinen Prosaarbeiten, zunehmend auch in seiner Lyrik, insistiert der Autor auf der Benennung und Beschreibung des alltäglichen Sterbens ringsum, weist Punkte auf, an denen das Tabuisierte und Verdrängte durch die Oberfläche des Verschleierns bricht. Der Tod ist dabei keineswegs ein harmonischer Übergang in Zyklen des Entstehens und Vergehens, sondern immer ein unsinniges, gewaltsames, ekelhaftes Geschehen, dessen Wahrnehmung in der Außenwelt, dessen Vorausspüren im eigenen Körper die gesamte Weltsicht prägt. Wirklichkeit kommt bei Kersten fast ausschließlich unter dem Blickwinkel des Sterbens zur Sprache; das bedeutet jedoch nicht, daß deswegen die Verletzungen des Lebens als weniger schmerzhaft empfunden und registriert würden.

„Der alltägliche Tod meines Vaters“, Kerstens erste Prosaveröffentlichung, beschreibt eine postume Beziehungssuche. Nicht der furchtbare, minuziös rekonstruierte Krebstod des Vaters löst das erinnernde Nachfragen aus, sondern die Irritation darüber, daß sich trotz fast totaler Kontaktunfähigkeit zu Lebzeiten nun doch so etwas wie Verlustschmerz einstellt. Durch Träume, durch Assoziationen, durch Evokation von Vergangenheit, Erinnerungs- und Trauerarbeit wird eine Vater-Sohn-Beziehung dargestellt, die sich nur in ganz seltenen Harmoniemomenten realisieren kann. Diese Momente allerdings enthalten Ahnungen ...


Der Artikel über Paul Kersten ist nur einer von derzeit mehr als 700 Artikeln über Leben und Werk herausragender deutschsprachiger Autoren im „KLG – Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. Das KLG bietet neben Biogrammen und ausführlichen Essays über Werk und Wirkung auch jeweils ein Werkverzeichnis und eine Bibliographie der Sekundärliteratur.
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