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Brendan Kennelly

Geburtstag: 17. April 1936
Nation: Irland

von Gerold Sedlmayr



Brendan Kennelly - Essay

Stand: 01.10.2010

In den 1960er Jahren musste Kennelly, wie die anderen irischen Schriftsteller seiner Generation auch, zunächst einen Weg finden, sich literarisch zu positionieren. Dies war keine leichte Aufgabe. Zum einen galt es, sich einer literarischen Tradition zu stellen, deren Reichtum, anstatt zu inspirieren, oft eher erdrückend wirkte, vor allem im Hinblick auf die alles überschattenden Figuren William Butler Yeats und James Joyce. Zum anderen wurden gerade die direkt vorhergehenden Jahrzehnte, die 1940er und 1950er Jahre, als Zeit der kulturellen Stagnation begriffen, die es zu überwinden galt. Die bestimmende Ideologie nach der De-facto-Unabhängigkeit der 26 südlichen Grafschaften Irlands vom Verei­nigten Königreich im Jahr 1922, insbesondere aber nach 1937, als sich der Freistaat unter Führung von Eamon de Valera eine neue Verfassung gab, wurde geprägt durch einen republikanischen Nationalismus, eine Politik des wirtschaftlichen Isolationismus und eine rückwärtsgewandte Erhöhung des irisch-gälischen Erbes. Bedingt außerdem durch die Folgen der irischen Neutralität während des Zweiten Weltkriegs, hohe Emigrationsraten und strikte Zensurgesetze war die kritisch orientierte Literatur der Nachkriegszeit zunächst von dem Bewusstsein geprägt, in den „abgestandenen Nebengewässern der Geschichte“ (Terence Brown) dahinzudümpeln. In einem frühen Gedicht, ...



Der Artikel über Brendan Kennelly ist nur einer von derzeit mehr als 650 Artikeln über Leben und Werk herausragender Schriftsteller des 20. und 21. Jahrhunderts im „KLfG – Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur“ Das KLfG bietet ausführliche Biografien, verzeichnet alle Originalausgaben und sämtliche Übersetzungen ins Deutsche sowie die wichtigste Sekundärliteratur.
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