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Michal Hvorecký

Geburtstag: 29. Dezember 1976
Nation: Slowakei

von Dana Hučková



Michal Hvorecký - Essay

Stand: 15.02.2012

Seit seinem Debüt profilierte sich Michal Hvorecký als ein Schriftsteller, der sich mit dem Lebensstil der jungen Generation beschäftigt. Obwohl er sich selbst auf dem Gebiet der sogenannten Subkultur verortet und sich zum tschechischen Philosophen und Schriftsteller Egon Bondy bekennt, dem Inspirator des tschechischen Undergrounds, nähert sich sein künstlerisches Werk eher dem Main­stream und der Trivialliteratur an.

Sein von den Kritikern als postmodern bezeichnetes Erstlingswerk, der Erzählungsband “Silný pocit čistoty” (Das starke Reinlichkeitsgefühl, 1998), ist im Science-Fiction- und Cyber-Punk-Genre angesiedelt. Die Erzählungen spielen in unbestimmter Zukunft. Es sind Visionen von Menschen in der Krise: Abtrünnige, Ausgestoßene, Asylanten. Die Form von Hvoreckýs Erzählungen wird von seinem Interesse an Interpretationsstrategien und postmodernen Genre-Theorien beeinflusst: Es geht um das ironische Vertauschen von niedrigen und hohen Werten, von Trivialem und theoretisch Abstraktem. Diese Inversion ist aber nicht in eine Stilkomposition integriert, sondern ereignet sich beiläufig auf der Ebene der Hinweise. Die Atomsphäre wird bestimmt von einer durch Massenkultur und “abgesunkene” Unterhaltungsliteratur geprägten Gesellschaft, die viel Raum für parodistische Zweifel an der Ursprünglichkeit und Wahrhaftigkeit bzw. der Gültigkeit der realen Lebenserfahrung bietet. Das Gelesene, Gehörte, Gesehene wird ...



Der Artikel über Michal Hvorecký ist nur einer von derzeit mehr als 650 Artikeln über Leben und Werk herausragender Schriftsteller des 20. und 21. Jahrhunderts im „KLfG – Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur“ Das KLfG bietet ausführliche Biografien, verzeichnet alle Originalausgaben und sämtliche Übersetzungen ins Deutsche sowie die wichtigste Sekundärliteratur.
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