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Christoph Meckel

Geburtstag: 12. Juni 1935
Nation: Deutschland

von Herbert Glossner



Christoph Meckel - Essay

Stand: 01.06.2006

„(…) ist er nun Zeichner oder Dichter, das eine mehr, das andere auch, oder beides zur Hälfte?“ fragt Christoph Meckel in seiner „Totenrede“ für Günter Bruno Fuchs. Er selbst musste sich diese Frage immer wieder gefallen lassen, doch hat er sie schon beantwortet, in ärgerlicher Replik auf einen Klappentextvorschlag zu seiner „Werkauswahl“, in der ersten Auflage eben dort als Klappentext zu lesen: „Von der Grafik kommend: völlig falsche Behauptung. Ich habe von Anfang an Grafik und Literatur gleichzeitig gemacht.“ So ließen sich auch seitenlang die mannigfachen Korrespondenzen von Meckels grafischem Werk – das in selbstständigen Zyklen, in Einzelblättern zu eigenen Texten und Arbeiten anderer Autoren vorliegt – mit seiner Lyrik, Prosa und Essayistik aufführen; am augenfälligsten darin der ‚Fisch‘: Der erste große Grafik-Zyklus, laut Meckel „in der Bildersprache geschrieben“, erzählt die Geschichte von „Moël“ und seinem Fisch (1959). Eines der ersten veröffentlichten Gedichte heißt: „Goldfisch“:

Seit ich den Mond und das Wasser liebe,
lebt ein Goldfisch in meinem Haar,
(…)
Ich werde ihn weitertragen,
bis seine Schuppen bröckeln,
bis er schwarz wird
und tot in eine graue Pfütze fällt.

...



Der Artikel über Christoph Meckel ist nur einer von derzeit mehr als 700 Artikeln über Leben und Werk herausragender deutschsprachiger Autoren im „KLG – Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. Das KLG bietet neben Biogrammen und ausführlichen Essays über Werk und Wirkung auch jeweils ein Werkverzeichnis und eine Bibliographie der Sekundärliteratur.
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