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Miri Yū

Geburtstag: 22. Juni 1968
Nation: Japan

von Kristina Iwata-Weickgenannt



Miri Yū - Essay

Stand: 15.02.2016

Yū Miri begann ihre Karriere als Bühnenautorin und Essayistin. Entsprechend dem japanischen Staatsbürgerschaftsrecht, das dem ius sanguinis folgt, besitzt Yū die südkoreanische Staatsangehörigkeit ihrer Eltern. Diese waren als Kleinkind bzw. junger Mann während der japanischen Kolonialisierung des Nachbarlandes (1910–1945) eingewandert. Wie sie gehört auch die Tochter der in Japan lebenden südkoreanischen Minderheit an. Yū wurde in der ländlich geprägten Präfektur Ibaraki geboren, doch tatsächlich wuchs sie in der mondänen Hafenstadt Yokohama auf, die in den meisten Publikationen als Geburtsort angegeben ist. Früh lernte sie ärmliche, von Gewalt geprägte Verhältnisse kennen, wurde in der Schule zur Außenseiterin. Sie unternahm mehrere Suizidversuche und machte eine Karriere als Schulverweigerin, bis sie schließlich mit 16 Jahren der Schule verwiesen wurde. Wie deutlich wird, kann Yūs frühe schmerzvolle Prägung kaum auf eine einzelne Ursache wie beispielsweise ihre ethnische Differenz zur japanischen Mehrheitsgesellschaft zurückgeführt werden. Insofern erscheint es nur konsequent, dass die Autorin eine Kategorisierung als japankoreanische Literatur ablehnt und auch die Aufnahme in die bedeutendste, 18 Bände umfassende Anthologie zum Thema verweigerte. Diese Ablehnung lässt indes nicht unbedingt auf eine negative Haltung gegenüber ihrer koreanischen Herkunft ...



Der Artikel über Miri Yū ist nur einer von derzeit mehr als 650 Artikeln über Leben und Werk herausragender Schriftsteller des 20. und 21. Jahrhunderts im „KLfG – Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur“ Das KLfG bietet ausführliche Biografien, verzeichnet alle Originalausgaben und sämtliche Übersetzungen ins Deutsche sowie die wichtigste Sekundärliteratur.
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