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Felix Mitterer

Geburtstag: 6. Februar 1948
Nation: Österreich

von Hans-Peter Kunisch



Felix Mitterer - Essay

„Die Opfer sind die ‚Anderen‘. Und diese ‚Anderen‘ – die Außenseiter, die Ausgestoßenen – sind ein durchgehendes Thema meiner literarischen Arbeit.“ Dieses Zitat von 1987, im Anhang zu „Kein schöner Land“, trifft in der Tat auf die meisten der Texte Mitterers zu. Schon in seinem ersten Stück, „Kein Platz für Idioten“ (1977), wählt Mitterer einen typischen Außenseiter zur Hauptfigur.

In den drei Akten des Volksstücks wird unter anderem gezeigt, wie eine Dorfgemeinschaft auf die Existenz eines geistig behinderten Mitglieds reagiert. Im ersten Akt tritt das engere soziale Umfeld des Behinderten auf: als unterprivilegierte Bauern sind die Eltern auf pausenloses Arbeiten der Familienmitglieder angewiesen. Ihren einzigen, spastischen Sohn bezeichnen sie als „Krüppel“ und „Idioten“. Ein alter Landarbeiter setzt sich im zweiten Akt für die kaum begonnene Integration des Jungen ein, doch die so initiierte „Wendung zum Guten“ ist, weil einzelne Dorfbewohner dem Jungen aus Angst vor Schädigung des spärlichen Tourismus öffentliches Auftreten verbieten wollen, schon bald Gefahren ausgesetzt. Die gespannte Situation eskaliert in der Mitte des Schlußakts: der Junge, dessen Sexualerziehung der alte Landarbeiter vergessen hat, ist neugierig-ahnungslos einem Mädchen aus dem Dorf zu ...


Der Artikel über Felix Mitterer ist nur einer von derzeit mehr als 700 Artikeln über Leben und Werk herausragender deutschsprachiger Autoren im „KLG – Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. Das KLG bietet neben Biogrammen und ausführlichen Essays über Werk und Wirkung auch jeweils ein Werkverzeichnis und eine Bibliographie der Sekundärliteratur.
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