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Maxim Biller

Geburtstag: 25. August 1960
Nation: Deutschland

von Jan Strümpel



Maxim Biller - Essay

Stand: 01.03.2006

In den 1980er Jahren traten in Deutschland und Österreich junge jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit einem bis dahin unbekannten Selbstbewusstsein an die Öffentlichkeit. Sie waren die Kinder und Enkel der Shoah-Überlebenden, der Emigranten und Immigranten, die dem „Land der Täter“ – aus welchen Gründen auch immer – nicht den Rücken gekehrt oder es gar bewusst als Lebensmittelpunkt gewählt hatten. Die ‚Nachgeborenen‘ waren in einem Umfeld aufgewachsen, das sich durch ein denkbar komplexes Geflecht von Beziehungen zur deutschen Gesellschaft auszeichnete. In ihrer Literatur thematisierten sie nicht mehr nur die persönlichen Erfahrungen und die Bedingungen ihres Jüdischseins, sondern suchten ihren Ort in einem Land, das trotz allem ihre Heimat war. Und sie schauten genau hin: Sie beobachteten auch Kalkül hinter der kollektiven ‚Trauerarbeit‘, auch Verlogenheit im deutsch-jüdischen Miteinander, und sie sahen nicht nur das den Juden angetane Leid, sondern auch seine Funktionalisierung. Das Bild vom a priori ‚guten Juden‘ – das philosemitische Ideologem der Nachkriegsjahrzehnte –, geriet in unauflösbaren Widerspruch zur realen Komplexität jüdischer Existenz, und diese konnte sich nicht mehr durch die Shoah allein definieren.

„Ist es auf die Dauer ein erträglicher Zustand, ...



Der Artikel über Maxim Biller ist nur einer von derzeit mehr als 700 Artikeln über Leben und Werk herausragender deutschsprachiger Autoren im „KLG – Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. Das KLG bietet neben Biogrammen und ausführlichen Essays über Werk und Wirkung auch jeweils ein Werkverzeichnis und eine Bibliographie der Sekundärliteratur.
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